Durch den VAR geschaut - Teil 2

Beide Mannschaften legten in der Vorbereitung volles Augenmerk auf das Spielsystem. Ein System, mindestens so gut, wie das der Leute, die schon am Anfang des Jahres alle Brückentage als Urlaub anmelden, die sich immer an der Kasse anstellen, wo es doch am schnellsten geht, die beim Tanken auf einen runden Betrag kommen.
Der Trainer wies an, dass dieses System nur in den Meisterschaftsspielen zur Anwendung kommt und so trug es sich zu, dass beide Mannschaften aus dem bedeutungsvollen Kreispokal (Schwarzbacher Bier trinkt kein Mensch) ausschieden.
Dann ging es los. Die Erste spielte beim Kreisoberligaabsteiger Römhild und es war das Match des Grauens. Keine Chancen, keine Tore, ein Punkt. Bei dem Nullinger Spiel gab es wenig Höhepunkte. Ab und zu ein netter Versuch, eine Flanke in des Gegners Strafraum zu schlagen…solche Versuche schmeißt sich van Dijk morgens als Nahrungsergänzungsmittel ins Müsli.
Aber es sollte dank dem genialen System besser werden. Beide Teams gewannen ihre Spiele und die gesamte Fußballfachwelt schaute nach Heldburg…was ist denn dort los. Freilich war nicht alles Gold, was aus der Hose fiel, aber es sammelten sich die Punkte in der Schatulle.
Dafür haben die Eintracht Fußballer jahrelang trainiert, gearbeitet, geschuftet, sich geplagt.
Manchmal fragt man sich, sind diese Heldburger Jungs wirklich mal in den Genuss einer wirklichen Jugend gekommen, je in ihrem Leben die Erfahrung gemacht haben, sich mit 14 Jahren und Lidl-Korn auf der Parkbank abzuschießen, mit noch etwas Kotze am Kragen nach Hause zu kommen, den Eltern zu sagen: »Nein, nein, das war der Ronny, der hat zwei ganze Bier getrunken, ich nur ein halbes.« Dann ins Bett gehen, von Emma träumen, die man eh nie bekommt, weil sie Levi’s-Jeans trägt und mit dem Typen aus der Zehnten geht, versuchen zu Onanieren, aber bei der Hälfte einschlafen, im Hintergrund läuft irgendwas auf ZDF, weil Mama noch immer die Privaten gesperrt hat, am nächsten Morgen, der sich am Wochenende ja bis 13 Uhr dehnt, aufwachen, nur um bei Schüler VZ peinliche Bilder von Ronny‘s Kotze zu kommentieren.
Aber wenn man richtig drüber nachdenkt, das Leben ist doch nicht so schlecht als Heldburger Fußballer.
Der Gellershausen Knaller wurde gewonnen, eindeutig und hoch verdient. Genaueres weiß man nicht.
Weh tat die Niederlage gegen Bedheim im Heimischen. Die sonst so gelobten Abwehrrecken der Eintracht mit ihrem eleganten, aber auch abrissbirnigen Zweikampfverhalten, verteidigten sowas von ungeschickt und voreilig verhalten, wie ein paar 17 jährige aus dem Q – Dorf.
Auch gegen Heubisch liefen die einträchtigen Spieler auf, wie ein Schulchor aus dem Gauerstal, der sich einfach wegfiedeln ließ.
Final gesehen wurde aber wieder die Sonne am Fußball Himmel heller und die ALTEN von Heldburg sehen über den Rand des Tellers die Tabellenspitze und die JUNGEN und ganz ALTEN nicht die Abstiegsplätze. Gut gemacht.
Abgesehen von einigen Spielern, die immer noch von einem Fallrückzieher – Unterlattenkantetor vom Strafraumeck nach Halb Feld – Außenristflanke träumen, waren alle froh, dass der VAR in der Kreisliga aus technischen Gründen nicht zur Anwendung kam.
Ein Fan sagte am Stammtisch mal im Heldburger „Heim des Sports“, nach 9 ½ Büffelgras:

Der VAR, das ist des Fußballs Variante eines Samenstaus! Standing Ovation – wieder mit Büffelgras.

Ein paar statistische Anmerkungungen:
P. Westhäuser spielte alle Spiele über 90 Minuten…Respekt
Die ZWEITE spielte in Schleusingen 6:6…wauuuuu
Beide Teams bekamen bis jetzt nur 15 gelbe Karten ….Weichflöten
R. Steigmeier verhinderte und schoss in beiden Mannschaften Tore …wie geht das denn

Und noch ein Zitat aus einen der vielen Live Ticker:

…der Stürmer schoss auf das Tor mit einem härteren Strahl aus der zweiten Reihe seit der Weitpinkel-WM. Aber der Torwart sprudelt sich zur lebenden Toilettenspülung hoch und hält seine Schüssel
per WC-Enten-Parade sauber…

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Vereinswappen SV Eintracht Heldburg
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