Es war einmal
Es klingt wie ein Märchen – aber ist keins…
Vor vielen Jahren, also genau vor vielen Monaten schickte der König von Ummersilvanien einen Boten in die (einen dreitägigen Fußmarsch entfernte) Hauptstadt des Königreiches Heldburg Herzigowina. Der Bote humpelte zu Fuß durch verwüstete Wälder, durch tiefe Fahrspuren, vorbei an der Ruhestätte für die letzten Colberger Reha – Aktivisten in Billmuthausen, vorbei an abgestellten Autos mit von innen beschlagenen Scheiben und umgestürzten Hochständen. Mit blutigen Füßen, schwieligen Händen und aufgeplatzten Lippen schleppte er sich bis zum Unterstand der hiesigen Sportbegeisterten in Herzigowina. Dort saßen einige Unentwegte, die kräftig dem einheimischen Met zusprachen und sich wunderten, welche Botschaft aus den blutigen Lippen der Gesandten aus Ummersilvanien zu vernehmen war.
„Höret,“ krächzte der Bote schwach. „Mein König Eblein schickt mich und ich soll Euch sagen, in unserem königlichen Reich riecht der Fußball nach Erde, also er ist kurz vor dem Sterben. Viele von uns sind in den KFA-Krieg gezogen und nicht mehr zurückgekehrt. Die Anzahl der sportlichen Krieger ist zu gering, um die Festung des „TSV“ zu verteidigen. Könnt Ihr uns Krieger und Waffen schicken?“ Sprach er und hielt sich am Fahrradständer fest. Die Met Brüder schauten sich an und wussten im ersten Moment nicht, ob sie alles richtig verstanden hatten. Der hunderte jährige Krieg zwischen den Spissern und den Housen war gerade erst vorbei und schon flehten die Einen bei den Anderen um Hilfe…So sprach Derjenige, welcher in der Mitte stand: „Lasse Deinen König wissen. Wir sind nicht sprachlos aber überrascht, eine solche Botschaft zu hören. Übermittle Deinem König, unser Ältestenrat wird über Eure Sehnsüchte nachdenken und befinden. Doch bevor Du wieder los kriechst, stärk Dich erst am abgelaufenen Bier und einer gefrorenen Bockwurst, damit König Eblein unsere Botschaft auch sicher erhält.“ Der erschöpfte Bote stopfte und schüttete, als gäbe es kein Morgen mehr und wankte wieder von dannen.
Der Oberste vom einträchtigen heldenhaften Königsreich sprach dann zu seinen Mannen: „Die Zeit ist reif, aber ist sie auch so reif, dass sie uns schmeckt? Auch wir haben viele Krieger durch Corona und Kneipensterben verloren. Es wurden aus Langeweile bei uns viele Kinder gezeugt, aber die sind noch zu jung, um tatkräftig für die Sache zu kämpfen.“ Er hob seine Stimme und brüllte in den Wind des lauen Sommerabends: „Wollen wir die Königreiche Ummersilvanien und Heldburg - Herzigowina vereinen? Wollen wir Macht und Stärke zusammenführen, uns verbünden und zu stärken gegen alle Anfeindungen und Bedrohungen ringsherum? Wollen wir das tun, für was unsere Väter und Omas früher mit dem Knüppel bekommen hätten?“
Kurze Stille unter dem Dach und dann plötzlich sprangen die Männer auf, stampften mit den Füssen, streckten ihren Speere in den Himmel und brüllten: „U…U…Unterland. U …U…Unterland!!!!“
Das war die historische Niederkunft (Geburt) einer Gemeinschaft, deren Nachricht wie ein Lauffeuer sich in den Nachbarstämmen und Völkern verbreitete und Überraschung, Angst und Schrecken auslöste. Auch auf der ummersilvanischen grünen Höhe vernahm man mit gespannter Vorfreude und Erleichterung die Kunde der Nachbarn und begann sofort ein Sondergebräu zu Ehren dieses denkwürdigen Ereignisses in den Fässern zu mischen.
In den folgenden Wochen trafen sich an den drei Eichen im Colberger Holz die Delegationen aus Nord und Süd zu ausführlichen Gesprächen und dann war es endlich so weit. Am Tag der Tage unterschrieben die Könige Eblein und Öhl, im Beisein des Patentamtes, des Leiters des Wachsfigurenkabinettes, David Copperfield, Ulli Hofmann, Christopher Gregor, Papst Hartz der Vierte, so wie dem lieblichen Duft von Habsburg, die Verträge der Vereinigung - und dafür musste am Montag keiner auf die Straßen gehen. Niemand wusste was so richtig kommen würde, aber alle machten mit.
Es wurden aus beiden Heereslagern die stärksten, trinkfestesten, lustigsten und zuverlässigsten Krieger ausgesucht und man gab ihnen einen Ball mit den Worten: Macht was draus, zeigt der grauen traurigen Fußball – Welt, was Ihr draufhabt und was Ihr könnt.
Und so rauften sich fremde Namen, Gesichter und unbekannte Sprachen in wenigen Wochen zusammen, dass es eine überraschende Freude war, dieses zu verfolgen und zu beobachten. Die Sportart Fußball hatte auch schon in der Märchenzeit eine große Popularität und so waren viele Bewohner des Unterlandes gespannt, welche sportliche Frucht wohl diesem gemeinschaftlichen Schosse entspringen würde.
Allen Neidern, Spöttern, Hassern und Bildungsfremden zum Trotze wuchs ein gemischtes Heer von jungen und älteren Sportlern (Fußballer) zusammen und Wochenende für Weekend zeigten zwei gute besetzte Abteilungen/Mannschaften, dass sie Spaß und Freude bei ihrer Lieblingsfreizeitbeschäftigung hatten. Sie erkämpften und erspielten sich in der jeweiligen Einteilung viel Bewunderung, Anerkennung, Erstaunen und Befürchtungen. Unterm Strich stehen sie nach der ersten Spielhalbserie über dem Strich und viele Schaulustige wurden Zeugen von denkwürdigen Kämpfen und Schlachten.
Um diesen unerwarteten guten Flow bewundern zu können, war aber viel Arbeit und Engagement nötig. Viel Dasein für die Sache, gemeinsames Genießen, gemeinsames Leiden. Zurückstellen von persönlichen Befindlichkeiten, tolerante Einsicht im Sinne des Ganzen, waren wichtige Bausteine in diesem neuen starken sportlichen Gebilde. Jetzt ist es daran, die Waffenruhe zu genießen, die Zeit zu nutzen für wichtige Dinge, welche eventuell im letzten halben Jahr zu kurz gekommen waren.
Genießt alle (jeder für sich oder alle gemeinsam) die Tage der Erinnerungen, an die Schlachten mit den jungen Wilden aus dem Rauensteiner Forst, oder mit der Oberstädter Braugemeinde aus Marisfeld, gegen die bettelnden Hecken aus Sunnbarch, die Fischsemmel aus Heubisch, die Sportler aus der Partnergemeinde Schleusing- Dorferneuerung, die Milzer Herzbuben, mit dem Stamm der gleich am Berg wohnt, gegen den Karateclub Effelder, erinnert Euch an die aufgehende Sonne in Gompertshausen, an den Zusammenschluss Römhild/Mendhäuser Elfen/Hundezucht Mönchshof und nicht zu vergessen die gesellschaftlichen Highlights unserer U23 Kampfgruppe gegen die Partisanenreserven des Unterlandes und Umgebung. Aber denkt bitte immer dabei an den ersten Paragraphen des Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Kauft bitte für die besinnlichen Stunden eine von einem Biber nachhaltig gefällte Südfrau – Tanne und legt zu den vielen Geschenken auch ein Jesus – Tagebuch dazu. Lieber Nichts verstehen, als falsch verstehen.
Am 18. des ersten Monats 2026 gibt es das „First Highlight“ für alle, welche sich auf das Kommende freuen. Es wird das Viertelfinale für die beiden HBN – FA – Cups ausgeknobelt. Aber bis dahin wachsen noch einige Haare am Arsch und die Tage werden länger. Liebe Freunde von Allem, was Spaß macht und die das Lebensfeeling gernhaben.
Freuen wir uns wieder auf die halbvollen Tribünen, wenn alle noch pinkeln sind und am Bratwurststand anstehen, oder sich vor Wut ein Coronatest in die Nase rammen.
In diesem Sinne, Allen und Jedem eine frohe Zeit. Sollte ein Nachbar, Kollege oder Familienmitglied diese friedlichen und sinnlichen Wünsche nicht gelesen haben, bitte informiert alle.
In der Hoffnung, dass dieser zu lesende stark ausgeprägte Gendefekt nicht zu viel Schaden angerichtet hat…
Noch eine Vorschau für Liebhaber der interessanten Sportheim Pausen Vorträge, welche immer mehr Publikum ziehen.
„Was macht der im Topf sitzende Hummer, wenn das Wasser erhitzt wird?“ – März
„Wird es gefährlich, wenn sich Mob und Elite verbindet?“ - April
„Ist es ratsam, einen orangenen Pullover im OBI zu tragen?“ - Mai
„Käfer zertreten – besoffen sein….besinnliche Texte?“ - Juni


