Darf die Tabelle lügen?
Das ist der Samstag, der abends den Fasching von der Leine lässt und am Nachmittag noch einmal die Südthüringer Kreisligisten an den sportlichen Trog holt.
So kickten unterhalb der Veste die Heimmannschaft und die Gäste vom Römhilder Riesengebirge, die einen ihre Letzten und der anderen die Vorletzten 90 Minuten im Jahr 2025. Bei angenehmen äußeren Bedingungen und einer naja – geht so Rasendecke kreuzten die SG aus dem Unterland (Gastgeber) und die benachbarten Gäste aus dem Zentrum des ostfränkischen Dialektes die Klingen.
Beide Teams hatten final betrachtet eine sportlich erfolgreiche 3 Wochen Vergangenheit hinter sich und wollten unbedingt diesen Derby Dreier.
Die Aufstellung der SG fand man in der Playlist auf dem Deep – House – Floor unter den freshen Unterland – Beats und auch die Gäste waren vom Hören und Sagen stabil besetzt. Natürlich fehlte das Jung – Talent Bischoff im Tor von Gleichamberg, aber sein „Ersatz“ hatte besonders in der ersten Halbzeit starke sportliche Ansätze.
Es ertönte die Moon – Circus Kreisliga Hymne und Netflix testete einen linearen TV – Sender mit Untertiteln für die ohne Durchblick.
An der elektronischen Bandenwerbung wurde für den neuen Wehrdienst geworben und dann ging es los. Schiri Queck aus dem „entfernten“ dunklen Wald pfiff pünktlich und gut an und man könnte es vornweg nehmen, er schaukelte diesen „Hot – Fight“ galant über die Zeit.
Man hatte gleich das Gefühl, Gleichamberg wollte, aber sich und den Dingen nicht so recht traute. Umso mehr suchten die Gäste sehr grobmotorig den Körper des Gegenspielers und gaben diesen physischen Versuchen mit ständigem lautem Geschrei der ganzen Sache eine künstlerische Note.
Nach 24 Minuten gab es immer noch nur einen Anstoß… aber dann kam der Eine von Beiden und machte das „Erste“. Der Gastgeber führte endlich nach sehr krampfigem Beginn mit spielerischem Übergewicht. Die Gäste bearbeiteten mit Leidenschaft jeden cm von Körper und Gras und „verteidigten den knappen Rückstand“ bis zum Pausenpfiff erfolgreich. Heybach entschärfte noch einen Kracher von Florschütz in großer Manier auf der Gegenseite vergab L. Voit gegen Frank. Halbzeitstand 1 zu 0 und es kam wieder die Zeit der Tetra Pak Trinker.
Im Sportheim war wieder Treffpunkt der beliebtesten Sprach – und Rechtschreibfehler und man diskutierte eifrig über die Preise der jährlichen Zahnreinigung. Einer gab völlig verwirrt zum Besten, dass er sich für wenig Geld ein I Phone auf dem Schwarzmarkt geholt hat, es aber kein Empfang hat. 100 Euro für ein I Phone sind doch kein Geld, aber null Empfang…Nachforschungen haben herausgefunden, was er da gekauft hatte, war ein Taschenrechner…man merkte es schließlich daran, dass die Telefonnummern zusammen gezählt wurden….trauriger Smiley…
Es ging weiter in Sachen Mond Zirkus und die Gastgeber wurden dominanter und zwingender. Hopf verpasste gleich nach der Pause das ZWEITE, dafür schmetterte L. Voit aus knapp zwei Dutzend Metern die Murmel ins Netz. Nach diesem Treffer kamen die Tier - Gene durch und Rudelbildung war angesagt. Das Ganze glich überquellenden Einkochgläsern mit Sauerkirschen, welche man in kaltes Wasser taucht.
Selbst zwischen den Trainerbänken flogen rhetorische vokabulare Höchstleistungen durch die Luft.
„Eh hömma, aus Dir mach ich gepuffte Hirse“ – „Halt die Klappe, geh Chiasamen zählen!“ Im richtigen Leben geilt man wahrscheinlich Salz – und Pfefferstreuer an oder wird Schlangenzüchter….. gottseidank ging es weiter und Minuten später war es dann wie auf der Abendschule, es kam zum dritten Abschluss. Voit machte sein Drittes. Respekt. (Aus Gründen der Unwissenheit von allen Beteiligten lassen wir den Kommentar zum nichtgegebenen Tor von Voit weg)
Die nächsten Minuten waren wie fast das ganze Spiel. Ins Aus geprügelte halbe Pressschläge, Bodychecks und Anmaulerei, Ermahnungen vom Schiri und Sekunden danach per Grätsche in den nächsten Zweikampf fliegen. Ein Hauch der 70er wehte durch das Stadion…
Kick und Hopf machten dann den Deckel mit jeweils einem Tor drauf und die SG gewann das dritte Spiel in Folge mit 5 zu 0. Chapeau!!!
Eine rund um gelungene Hinrunde von beiden Männermannschaften, ohne jetzt Tabellenstände zu werten oder sportliche Perspektivorakel auszuposaunen. Das Ergebnis von Zusammenhalt, Training und Spaß an der Freude im Spiel mit der Murmel, bringt allen Beteiligten, ob auf oder neben dem Feld eine gewisse vorweihnachtliche Zufriedenheit.
In großer Erwartung, was uns das Jahr 2026 bringen wird, verabschiedet sich die Redaktion und steigt für dieses Jahr niveauvoll aus der Berichterstattung aus.
Wer eine Tarnkappe im Wald findet und diese beim Rasieren nicht absetzt, hat hinterher tiefe Schnittwunden!
PS: Die Überschrift dieses Artikels wurde unter den vielen Einsendungen ausgelost!


