Wer einen Höhepunkt will - geht zur Eintracht

Endlich, endlich – ein Heimspiel – Ella Endlich!

Nach vier Spielen auf des Gegners Platz durfte sich die Fangemeinschaft der Heldburger Eintracht freuen, denn am Sonntag bewegte sich der Gästetross aus Neuhaus-Schierschnitz in Richtung Unterland.

Die Platzverhältnisse an der Anfield noch nicht so, wie sie sein müssen, aber spätestens beim nächsten Heimspiel, soll das Geläuf wieder die alten geschundenen Fußballerfüße verwöhnen. Trotz dem kühlen lästigen Wind kamen doch einige viele Zuschauer und es waren die besten Voraussetzungen für die Heimmannschaft geschaffen, dem Tabellenzweiten mal so richtig die Stirn zu bieten. Die Anzahl der Zuschauer wurde entsprechend der aktuellen Inzidenz im Kreis Hildburghausen zugelassen, also war das Sportheim vollgebunkert mit Bier, Schnaps und Glühwein. Es war wie immer ein Sonntag, die Krähen und Raben sahen von oben auf den saftigen braunen Rasen  und der städtische Bauhof hatte nochmal sämtlichen Hundekot rings um dem Sportplatz aufgesammelt. Danke Jungs. Übrigens die Berichterstattung nach wie vor unter der 3G-Regel: ganz gewöhnliche Gags!

Der Schiri der Partie ist Winfried Nägele, ein Kerl, wie ihn sich besonders die Kinder wünschen. Mit dem Spiel hatte er gegen die Sonne geschaut, keine Probleme.

Die Gäste in farbiger Baumwolle und natürlich zu Elft, was ja heute keine Selbstverständlichkeit mehr ist, waren voll motiviert, auf einem Platz ohne Schnee drei Punkte mitzunehmen.

Die Eintracht wechselte im Vergleich zum Spiel in Schwarzbach auf drei Positionen und Trainer Marko Weigand hatte einen alten Spielbericht (Heldburg – Isolator aus dem Jahr 2006) in Willi Schwabes Rumpelkammer gefunden und verlas diesen als mentale Spielvorbereitung. Damals gewann die Eintracht gegen den damaligen Spitzenreiter der Bezirksliga Staffel 2 kurz vor Schluss mit 2 : 1. Es schlich in die Eintrachtspieler ein seltsames Gefühl von Mannschaft, Glauben, Kämpfen und Siegen. So begann die Heimmannschaft dann auch und es war als  treuer Fan der Eintracht eine Freude, dieses Team spielen zu sehen. Fast durchgängig gelungene Ballannahmen, energische sauber geführte Zweikämpfe, Laufbereitschaft, jeder für jeden und als Buttercreme, gefährliche sehenswerte Angriffe. Nach wenigen Minuten hatten die Einheimischen den Torschrei fast aus dem Hals gelassen, denn Wirsing und Wolfschmidt im 3 Sekunden Takt, scheiterten freistehend an Torhüter und Abwehrspieler auf der Linie. Na Holla, was ist den hier los. Die Gäste aus dem hohen Norden kamen nicht zur Entfaltung und die Eintracht blieb dran. Dann kam die Zeit von Eric Hummel. Hervorragend in Szene gesetzt, marschiert er in Richtung TW Schindhelm, verlud diesen clever und schob zur Heldburger Führung ein. Es geht doch, und es ging noch mehr. Fünfzehen Minuten später bekam Wirsing von Gössinger einen Flachpass auf dem Butterbrot serviert, flankte die Kugel in Richtung langen Pfosten und da stand wieder Hummel goldrichtig und köpfte der Biene den zweiten Honig in die Wabe. Heldburg führt zwei zu null und die Fans rieben sich die Augen: Tja, die Augenschnelltests sind auch nicht zuverlässig! Aber die Sachverständigen des Heldburger Fußball wissen, es kommen noch die 5 Minuten vor der Pause und sie kamen wirklich. Ein Neuhäuser Angreifer fiel über eine sportlich gekonnte Grätsche eines Eintracht Verteidiger. Da man aber den Körperkontakt bis hoch zur Veste hörte, blieb dem Schiri nichts anderes übrig, als auf den Punkt zu zeigen. Die Chance zum Anschluss und das kurz vor der Pause…die Anfield hielt den Atem an. Aber: Die Elfergranate demolierte die Lattenunterkante und sprang im Winkel von 90 Grad kurz vor der Torlinie wieder zurück ins Feld. Ein Aufschrei der Erleichterung und die Fanmeinung draußen: Dieses Glück haben sich „Unnere“ heute wirklich erspielt. Es blieb beim 2:0 und es war Halbzeit. Die Eintracht stürmte, die Gäste konterten, die Eintracht führte! Bier läuft, Schnaps auch, Glühwein schon lange. Der Anpfiff zur zweiten Halbzeit wurde vorschriftsmäßig ausgeführt und die Gäste wollten jetzt mehr als kein Tor. Doch wie gesagt, es war eine Freude der Eintracht zu sehen, wie sie mit allem, was Körper und Geist hergaben, ihren zwei Tore Vorsprung verteidigten und zusätzlich immer wieder gefährliche Angriffe inszenierten. Es entwickelte sich eine kurzweilige zweit Halbzeit, die außer Rudelbildung, alles hatte. Acht Minuten vor Ultimo belohnten sich die Gäste dann doch und erzielten mit einem saftigen Schuss ins kurze Eck ihr Tor. Kurz durchgeatmet und alle waren sich trotzdem sicher, heute zieht unsere Eintracht das Ding. Und Top die Wette gilt! Noch ein paar Nadelstiche drüben wie hüben und dann der Schlusspfiff einer Partie, welche dem Heldburger Team und den ganzen Fans richtig gut tat.

Kurz nach dem Abpfiff machte sich noch das Gerücht breit, dass an jedem gespritzten Glühwein ein kostenloser Schnelltest hängt und es ab sofort Fischbrötchen in eigenem Darm gibt. So kam es noch zu einer Laola nach dem Spiel in Richtung Sportheim und Minuten später steht über der Heldburger Anfield eine riesige Dunstglocke, erfüllt mit Jubel, Bier und Glühweinodem, Bockwürsten mit Senfritze und einem Gemisch aus Achselschweiß und Mundgeruch. 

Schöne Ostern! Na und, ich geh sowieso nicht hin! Ich fahr nach Erlau und nach Milz.

 

 Wir hoffen auf Langzeitfolgen!