Ende gut - erstmal alles gut

Wochenlang freuten sich die Fußballfans aus dem Heldburger Unterland auf dieses Spiel. Die gastgebende Eintracht gegen den Rivalen aus Westhausen.
Nach exakt 2006 Tagen wieder mal ein Heimspiel der Heldburger gegen Westhausen, und für alle, die heute schon zum Frühschoppen waren: das sind 5 ½ Jahre. Zahlreich pilgerten die Fans aus beiden Lagern zur Heldburger Anfield und freuten sich auf dieses ewig junge Derby. Beide Teams mussten auf einige Stammkräfte verzichten, waren aber trotzdem exzellent besetzt und das versprach einen Schlagabtausch auf Augenhöhe.
Die Partie begann gleich mit einem Paukenschlag. Ph Schmidt legte Hummel einen diagonalen 30 Meter Flugball auf und dieser nimmt die Kugel volley mit dem „Linken“ und versenkt aus 25 Metern das Spielgerät ins lange Eck. Die Heldburger Fans tanzten auf dem Regenbogen, die Frauen auf den Rängen machten: „Hui!“ und schwitzten den süßen Schweiß der Liebe in ihr Kostüm und der Westhäuser Trainer schaute, als hätte er Full House auf der Hand. Aber es wurde Uno gespielt. Ein Auftakt nach Maß und das Derby begann zu rauchen und zu fauchen. Minuten später zog Wagenschwanz an und jagte das Leder Richtung Eintracht Tor. Steigmeier im Heldburger Kasten bekam seine Finger mit sensationeller Flugphase noch an den Ball und lenkte ihn an die Latte. Im Gegenzug jagte ST. Schmidt die Kugel an den Pfosten des Bocklitz Tores und Minuten später scheiterte Klinnert mit seinem schwächeren „Linken“ freistehend an Bocklitz. Die Eintracht sieht bis hierhin ganz gut aus – Lob nochmal an den Ausstatter. Dann bekam Nogaj das Spielgerät am 16er Rand der Gäste, wurde geblockt und erkämpfte sich im Stile einer Ackerwalze den Ball und schob ihn mit eisernem Willen in die Mitte zu Hummel, der sich mit dem zweiten Treffer und dem 2 zu 0 bedankte. Was ist den hier los! Westhausen zu diesem Zeitpunkt wie ein überforderter Schüler, der unbedingt eine Antwort geben will, aber die Frage nicht verstanden hat. Das Spiel nahm noch mehr Fahrt auf und wurde intensiver, ohne dabei in eine respektlose Unfairness abzurutschen. Kurz vor der Pause, die Heldburger Fans können sich die Uhr stellen, verkürzte Westhausen mit einem Elfmeter. Gössinger warf sich in einen Gäste Schuss und bekam den Ball an die Hand. Bock versenkte den Elfer und es war wieder eng. Schiri Reise befeuchtete schon die Pfeife, da erkämpfte sich der Eintracht Spieler Westhäuser (nicht zu verwechseln mit einem Westhäuser) den Ball, schob ihn in und durch die Schnittstelle zu Hummel, welcher die Pille zum 3. Mal ins Tor jagte. Emotionen pur im weiten Heldburger Stadionrund und man legte sich auf den Rängen fest: das war die bester 45. Minute des Spiels. Nach der Pause Westhausen mit noch mehr Druck und die Eintracht kämpfte um den Zwei Tore Vorsprung. Die Heldburger kämpften mit einem solchen Engagement, dass sie ihre Angriffsbemühungen vergaßen und vor dem Westhäuser Tor die Gefahrenstufe „Babymilch“ herrschte. Anders vor dem Eintracht Tor. Oft wurde Wagenschwanz in Szene gesetzt und der zeigte seine Spezialdisziplin: „Kein Sprint von Traurigkeit“. Die Heimmannschaft fightete leidenschaftlich und die Gäste versuchten vehement das zweite Tor zu erzielen. Steigmeier rettete noch zwei Mal in großer Manier, aber in der 70. war er machtlos. Wagenschwanz drehte sich mit Ball am Fuß und setzte den Ball ins Eck. Nur noch drei zu zwei und es wurden auf beiden Seiten die letzten Kohlen aufgelegt und es rauchte erneut unterhalb der Veste. Derby Time! Und es wurde nochmal alles geboten: Der falsche Einwurf als kleiner Bruder vom Stoppfehler und Schwippschwager vom Rückpass. Gelbe und eine gelb – rote Karte. Ein nichtgegebener Elfmeter….7 Minuten Nachspielzeit …Fußballherz was willst Du mehr. Und dann kam der Schlusspfiff – tausende Heldburger Synapsen klatschten den Rhythmus der Erleichterung. Der erste KOL Dreier und das in einem Derby…der Heldburger Fußballsegen hängt erst einmal wieder waagerecht. Vielen Dank an alle, die ihren Anteil an diesem wunderschönen Fußballnachmittag hatten.

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Vereinswappen SV Eintracht Heldburg
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