Das Ende einer wunderschönen Reise

Kreispokal Finale! Denkwürdig, gewünscht, gewollt und gehofft. Die SG Unterland durfte gestern in Sonneberg gegen die höherklassigen und favorisierten  Schönbrunner in dem Kreis Pokal Finale antreten.

Wir würden gern zum Anfang etwas Schlaues oder Witziges oder Pointiertes  „about yesterday“ schreiben, aber uns liegt noch dermaßen die Wodka – Bull – Bumsmusik vom Sonneberger DJ Ferry im Ohr, wir können unsere eigenen Gedanken nicht mehr hören.

Der Staff (also Mannschaft, Trainer, Betreuer, Geschäftsführer, inoffizielle Mitarbeiter, Köche, Dr. Sauer, etliche Physio -innen, BM Other) reisten einen Tag eher an und übernachteten im Schlagerschloss Eisfeld.

Dann war es Pfingstsonntag, ein Tag wie ein Traum, warm und hell, in Sonneberg war angerichtet.

Beide Teams waren komplett, wobei den Unterländern ihr Stoßstürmer Hopf fehlte.  Schiri diese Finals war Herr Garber, der unterstützt wurde von Kollegen Eller und Heubach. In der Hoffnung, dass alle Fans gesund und gut zum und ins Stadion kamen, stieg die Anspannung und Spannung im weiten Rund des modernen Sportkomplexes der Sonneberger Hauptstadt. Es versammelten sich dann 730 Schwarzbach Bier Fans im Kessel und sie wurden nicht enttäuscht.

Das Spiel wurde live in alle dunklen Kanäle per Stream mit Untertiteln übertragen und präsentiert von Alpecin Schuppen Killer X2 Pro, obwohl es aufgrund einer Verordnung des Bundeskonsumentenschutzamt gemäß § 546 des Konsumentenschutzgesetzes zurückgerufen wurde. Inhaber dieses Stoffes sollten schleunigst das Zeug zum nächsten Alpecin Händler retournieren.

In den hiesigen Zeitungen war im Vorfeld zu lesen, der ehemalige Landrat hat gegen die SG Unterland getippt. Mh…warum wohl

Mit einer Ausnahmegenehmigung  stand vor dem Stadion ein charmanter Mittevierziger aus dem Raum Schleusegrund, der sich selbst „Saug-Sören“ nannte und sein Gesicht auf seinen weißen Passat drucken ließ. Jede Wette, der steht noch heute Abend bei Eurer Mutter vor der Tür und will einen neuen Vorwerk verkaufen.

Trainer gab in der kurzen Kabinenpredigt lautstark die Parole aus: Männer, Pressing am eigenen Körper!

Danach malte er an die Taktiktafel den Schlimmheitsgrad (statistisch erwiesen, aufsteigend):

 

Klumpige Milch

90 Minuten Fußball bei 30 Schattengrad

Weiße, haarige Männerwaden in Dreiviertelhosen

Giovanni Zarrella Show

 

Dann kam es noch zur Livebewerbung für den European Contest 2027, als die ganze Kabine grölt: „Ma-ia -hii, ma – ia – huuu“ Besser als jede Taktikanalyse.

Als die ersten Liter schwer und lange erstandenes Schwarzes Bier das Körperinnere runter waren, ging es los. Und wie es los ging.

Für ein Pokalendspiel ging es schneller in die Vollen, als beim Freibier im Bierkönig auf Mallorca.

Unterdessen wurde das Ergebnis einer Fanumfrage veröffentlicht.

 

Goldenes Schiri-Trikot - meine ganz unparteiische Meinung lautet:

Leider geil

31%

Leider räudig

31%

Ohne DEKRA-Werbung auf dem Ärmel schau ich erst gar nicht hin

38%

533 Stimmen

·

Umfrage beendet

 

Zur ersten halbe Stunde der ersten Halbzeit gab es nicht viel zu sagen. Schönbrunn hatte mehr Spielanteile, die Unterländer wehrten sich, ohne dabei gefährliche Torannährungen zu haben. Dann passierte das, was nicht passieren sollte, aber so einem Wetter passiert. Die SG servierte dem Gegner den Ball auf dem Tablett und dann ging es schnell. Über links stieß Grosser in den freien Raum flankte mustergültig in den Strafraum. Dort stand Greiner goldrichtig und hielt nur den Fuß hin. Greiner der beste Torschütze der Kreisoberliga hatte im ganzen Spiel nur sehr wenig Akzente, dank des hervorragendem Defensivspiel von M. Kick. Wie gesagt, ein Geschenk reichte dem Favoriten und sie führten zur Pause mit einem Tor mehr. Die Unterländer hatten sich denn noch in der ersten Halbzeit gut verkauft, besser wie Haartransplantationen am Bosporus.

Eine qualitative Pausenunterhaltung hatte Sonneberg nicht zu bieten, aber es wurden wenigsten die Zapfhähne vergewaltigt.

Nach der Pause machten die Unterländer dann endlich den Günter Schabowski und wollten die Wende. Ein Feuerwerk verblitzte den Schleusegründern die Augen, was war denn hier jetzt los. Der Außenseiter hatte den Kreisoberligisten im Schwitzkasten, das dieser große Augenbekam.

L. Voit war plötzlich etwas freier in Ballbesitz gekommen und zog in den Strafraum. Ein Urknall ging durchs Stadion, 350 U - U Unterland Fans stießen den Torschrei gen Himmel. Ausgleich und diesen verdiente man sich mit jeder Minute der laufenden Spielzeit mehr. Die SG bestimmte jetzt das Spiel. Mit einer körperlichen Präsenz, mit guten spielerischen Aktionen und Null – Respekt vor dem Gegner. Leider leider leider…

Man versäumte das zweite Tor zu machen, Kick mit einem knappen Kopfball, Leutheußer allein vor dem Schönbrunner Torwart oder zu guter Letzt die Granate von von Berg an die Latte. Es sollte und wollte nicht fallen. Kurz vor offiziellen Ende traf Schönbrunn auch nochmal die Lattenunterkante und im Nachsetzen verfehlte auch Greiner mit dem Kopf. Keiner wollte sie, alle mussten – in die Verlängerung.

Der Biergeschmack wurde dünner und die Spielintensität auch. Trotzdem extrem spannend, manche kauten ihre Fingernägel bis auf Höhe Handwurzelknochen runter.

Fassen wir es kurz zusammen, ein schwer zu vereidigendes Glückstor von Greiner, ein unmöglicher Elfmeter ebneten Schönbrunn den Sieg auf der Zielgerade. Das vierte Tor bedarf keiner Erwähnung.

Kein Pokalsieg aber Sieger der Herzen. Dank an alle, welche ihren Anteil, egal wie groß, an diese wunderschöne Pokalreise hatten. Das Sahnehäubchen fehlte, aber die Torte schmeckte trotzdem. Auf der Heimreise gab es dann endlich den Stoff, aus dem Legenden gestrickt werden. Die Unterländer feierten diesen Tag so genial, am Ende dachte jeder, der Pokal wurde gewonnen.