The Underlands show continues
Vergessen wir Trump gegen Merz, Bayern gegen Paris oder Ifta gegen Hildburghausen – das Duell der Tage fand unterhalb der Veste statt. SG Unterland gegen Neuhaus – Schierschnitz. Pokal Halbfinale – wer spielt den schönsten Fußball in Südthüringen. Schöner konnte es nicht werden.
Traumhaftes Wetter – Zuschauer über Fans – Mannschaften in fast Topbesetzungen – kein Wind – and the same Schiedsrichter aus dem Unterlands Derby. Was will das Unterland mehr. Für diesen gigantischen Pokal Leckerbissen würde sogar die Nutella Bande ihre Handfeuerwaffen ruhen lassen. Schaun ma mal.
Wie gesagt, Fanmassen, verglichen mit einer Flughafenhalle bei Pilotenstreik und ein Hauch vom Gemisch „Valium Tomatensaft“ schwebte über die Kreckaue und bettete die Veste. Die Menge an zuschauenden Begeisterten ließ sich auch so erklären, da die ersten 100 Neukunden der Eröffnung EDEKA kostenlos Eintritt genossen.
Dann laufen endlich die „Fußball Schleckermäulchen“ bei epische Musik ein und im weiten Rund fror das Flutlicht in den Adern.
Vornweg noch eine Schweigeminute für die auf der Baustelle EDEKA verstorbene Haselmaus.
Im Ultra Gästefan Block wurde ein Plakat ausgerollt mit „ WIR KÖNNEN ALLES“. Die Antwort der großen Unterland Ultra Gruppering war ein Plakat mit den Lettern „AUßER WEITERKOMMEN“ (soll heissen, Gäste zieht die Ritterrüstung an!). Naja, wem‘s schmeckt?
Es ging los mit Vollgas, vielen kleinen Fouls und erst einmal ein zwei „Lauwarme“ für die Gäste. Nach 15 Minuten brannte L. Voit die erste Rakete ab. Drei Minuten später der gleiche Spieler, schloss aber keine Freundschaft mit dem Ball. Minuten später rauchte Schumann das Spielgerät auf das Gäste Tor, aber der Keeper lag im Weg.
Neuhaus wurde final nicht so richtig gefährlich (lag es daran, dass ihr bester Torschütze Kessel fehlte?), aber dafür die Gastgeber. Kick mit klasse Kopfball und die Gäste köpfen aus Nahdistanz vorbei.
Dann steckte A. Voit den Ball gekonnt in die Tiefe zu Hopf und dieser schaute sich den Tormann der Gäste aus und legte die Kugel aus 18 Metern ins Eck. Minuten später kam wieder Kick aus 8 Metern zum direkten Abschluss, aber das Geschoß ging drüber.
Die Gastgeber warne nur noch eine Halbzeit und eine totale Sonnenfinsternis, die zeitgleich mit einer Mondfinsternis eintritt, von der großen Sensation entfernt.
Dann war Halbzeit und die Fans hatten Zeit zur Musik von Gigi D’Agostino das Halb – und – Halb Hack roh mit den Fingern aus der Plastikpackung zu essen und im Sportheim lief wieder mal einer der berühmten Workshops. Es wurde moderiert und diskutiert, wie man anhand der Brückentage im nächsten Jahr den Sylt Urlaub plant. Gleichzeitig lief eine Ausstellung für WC-Frisch, Swiffer und Fitness-Uhren. In der heimischen Kabine gab heimlich einen mit frischen Schweiß aufgegossenen Tee: Marke – Laktat extra.
Die Unterländer wollten gleich den Deckel, Butzke und Hopf scheiterten aber mit ihren Freistößen. Nun kam die Zeit des Händeringens und Bettelns seitens der Gastgeber. Die Neuhäuser verstärkten den Druck und wurden gefährlicher. Soi schaffte der Sturmtank Kuot nach zwei Körpertäuschern das 1 zu 1. Oha. Der Odem einer Verlängerung dampfte aus den Trikots der Spieler. Die Einheimischen brachten frische Kräfte und das Geschehen verlagerte sich wieder in die 2. Halbzeit Hälfte, sprich die Gastgeber legten ein paar Kohlen drauf. Das hitzige Spiel war jetzt ein rassiger Pokal Fight, welchen der Schiri aber sehr gelassen im Griff hatte. Jetzt wurde von beiden Teams wie ein junger Ackergaul gearbeitet, der tief im Boden einen Goldschatz vermutete.
Nach mehreren Tor Tornados in Richtung des Gästekeepers donnerte L. Voit letztendlich in die Maschen. Die Anfield tobte und die Gastgeber waren wieder kurz vorm Olymp. Ein Gästespieler mit einem hitzigen Kopf tat noch was für sein EGO und senste von hinten
L. Voit in die Beine. Ergebnis, anschließende Tumulte und eine rote Karte für Neuhaus. Minuten später war Schluss und alles was nach Unterland aussah feierte den Einzug ins Finale. Wie muss sich der KFA fühlen. Mit diesem Finale (Unterland gegen Schönbrunn) hatten sie nicht gerechnet.
Kompliment an alle für diesen geilen Nachmittag und Aufmerksamkeit für die nächsten Aufgaben. Es sind noch etliche Sahnehäubchen zu vergeben.
Eine wichtige Erkenntnis gab es noch.
Der hitzige Pokal Fight ging ohne Trinkpause über die Bühne, anders als bei den verwöhnten Bundesliga Profis. Darüber sollten wir nachdenken.


