Der Zug hat keine Bremsen
Was kann es Schöneres geben als einen Ostermontag Nachmittag mit einem Viertel Finale des Pokals des schwarzen Baches.
14,2 Grad kämpften gegen eine kalte Ostseebrise und die Anfield war bestens präpariert und für den Empfang aller Protagonisten bereit.
Die Spritpreise sind pünktlich zur Mittagszeit erhöht worden und das Sportheim hatte Tomatensaft im Angebot.
Die einheimischer SpielVereinigung, äh SportVerein, schon jahrelang führend im Kampf gegen Energiewahnsinn und CO2-Austoß, verteilte an alle Fans, Zuschauer, Billig – Navi Besitzer und Verirrte, Flugblätter mit Initiativvorschlägen und helfende Tipps für Dritte.
- Ab jetzt nur noch Fahrgemeinschaften mit mindestens drei Mitspielern zum Spiel und Training. (Ausnahme natürlich Sportwagenbesitzer, da passen ja nur zwei rein)
- Kronleuchter, 82-Zoll Fernseher und natürlich Playstation werden zu Hause nur noch mit Öko Strom betrieben
- Keine Wurst zum Frühstück, nur noch Nutella. Bitte das Palmöl vorher aus der Pfanne kratzen.
Kreispokal Viertelfinale – klingt komisch – ist aber so.
Die SG gegen die Kreisoberliga Elf aus Sachsenbrunn – auf Grund einiger Ausfälle bei beiden Teams nach Meinung der Experten ein Spiel auf Augenhöhe (entsprechen der Körpergrößen) oder ein fünfzig fünfzig Match.
Das Schiri Trio war zu dritt und beide Mannschaften zu Ölft. Außen rum entwickelte sich die ganze Chose zu einem kleinen Osterspaziergang, denn vom Eise befreit waren Strom und Bäche…vom Unterlands holden und sonnigen Blick …
In Kabinen wurde wieder von den Trainern rhetorische Vorarbeit geleistet. Trainer Weigand packte sein Jung an Ehr und Stolz…und forderte sie auf, wie im richtigen Leben möglichst oft zum Schuss zu kommen. Er sprach auch von leichten Umwelt Vorteilen, weil seine geschützten Linge im Vorfeld des Spiels ihre Schuhe mit Regenwasser geputzt hatten.
Das Spiel begann wie das Aussehen der Wiesen vom einheimischen Schäfermeister: zerfahren. Nach 20 Minuten wurden die Einheimischen energischer und zwingender. Fallrückzieher, Abschlüsse von der 16er Kante und Kopfbälle auf das Tor der Gäste wurden jetzt häufiger. Letztendlich erkannt dann jeder Fielmann Patient, dass der Gäste Torwart ein kleiner Meister seines Faches ist.
Kurz vor der Pause dann der Lohn mit der Führung, langer Hacken Ball von Kick und Lorenz Voit eiskalt. Naja, geht doch wenn man will.
Dann war Pause und beim Feldverlassen stellte Voit noch schnell den Herd ab, nicht dass etwas anbrennt, solange er nicht umrührt.
In der Halbzeitpause war im Sportheim der Zweikampf zwischen dem Wirt und der ersten reingeflogenen Fliege zu beobachten. So ein biestiges Ding, der Wirt springt die verschiedenen Fenster an, presst mit Wischtüchern, aber die Fliege war schneller. Der Wirt warf dann das Handtuch.
Zeitgleich lief im TV die Sky-Deutsche-Vermögensberatung-Halbzeitanalyse des Spiels und nur wenig Eingeweihte dürfen sie SDVBHZA nennen. Unterdessen analysierten einige Fans am Bratwurststand, welche Flugzeuge sie während des Spiels gehört haben.
Der Sachsenbrunner Trainer schwur seine Jungs auch nochmal mit dem Hilferuf „Stark bleiben, weitermachen und nicht unterkriegen lassen“ ein. Und weiter gings in der perfekten Welt der anwesenden Unterlands Fans.
Und gleich Minuten nach dem Wiederanpfiff – M. Kick mit seinem Aluminium Fetisch – Kopfball an die Latte.
Fünf Minuten später ein Schmankerl der Voit Connection Ein Schmand Pass nach genialem Dribbling von Adrian V. zu Lorenz V. und Letzterer knipst zum zweiten Mal. Das wars eigentlich, aber der Rasen färbte sich nochmal rot, denn Kirchner vom Gast bekam für eine Notbremse den blutigen Karton. Der Zug, der Zug, der Zug hat keine Bremsen…sinnbildlich auch nicht für Voit und Kirchner rupfte an der Handbremse. Die Gäste hatten ganz kurz nochmal etwas Hoffnungsblutdruck, als ein Heberle die TORlatte der Gastgeber berührte. Irgendwann war dann Sense – der Gastgeber rauschte völlig verdient ins Pokal Halbfinale (Auslosung 12.04.2026).
Erwähnenswert die Leistung der älteren Generation, allumfassend wie Spiel, Körper, Präsenz und Vorbild - erstklassig.
Freuen wir uns auf das was kommt und bis dahin mit einer alten Corona Regel: Bitte Abstand waschen und Hände halten!


