Zum Schluss hin gut und zu Null

Vornweg erst einmal ein riesiges Dankeschön an alle Leser dieser Berichte, die seit jeher unermüdlich, verantwortungsvoll und mit klarer Haltung dafür sorgen, dass die Qualitätsberichterstattung in Sachen „Unterlandsfußball“ da bleibt, wo sie hingehört: Nämlich hierher. Bleiben Sie weiter Fan, verzweifeln Sie ruhig, aber zweifeln Sie nicht. 

Freilich ist nicht alles Gold, was aus der Hose fällt, so wie letztes Wochenende das 2:2 gegen die Westler aus Sonneberg – aber wenigstens klimperte ein Punkt in der Schatulle und die gesamte Fußballwelt schaut wieder ins Heldburger Unterland. 3.569 Live-Aufrufe bei Fupa sind schon eine Hausnummer.

Am Samstag war nun der in Deutschland einzigartige Thüringer Kinder- und Feiertag, genau richtig um Nachmittag ein wenig zu zeigen, warum man wochenlang bei Vorbereitung und Training geschuftet und sich geplagt hat. Genau der richtige Tag, um auf 10.000 Meter Ummerstädter Höhe mal eine Valium mit Tomatensaft runterzuspülen. Neu von Ratiopharm…

Es fanden sich doch etliche Fans ein, trotzdem auf der Kühlitze seit Mittag das internationale Festival der Rülpskünste stattfand.

Der Endausscheid sollte dann gegen 18.00 Uhr stattfinden und die Finalisten mussten eine Hauptstadt mit mindesten 8 Buchstaben rülpsen. Eine detaillierte Auswertung ersparen wir uns aus Platzgründen und der Tonqualität.

Die SG traf auf die Reserve von der „Biene“ (für die Nichtornithologen – Neuhaus/Schierschnitz) und hatte viel Lust, am Ende bis drei zu zählen. In der SG-Kabine wurden für den Sieg eine Zielprämie ausgegeben. Der Trainer versprach beim anschließenden Dämmershoppen in der Hauptstadt Spanferkel für alle und Bier aus Schläuchen zu spendieren. Geht doch…  

Alle waren gespannt, wie der Heinz in den Ketchup kommt und los gings. Die vom letzten Sonntag nicht verwöhnten Fans waren trotzdem alle wieder da und fragten sich besorgt, wohin die Reise wohl heute gehen würde. Antwort: Ins wir – holen – heute – auf – alle – Fälle – 3 Punkte – Land! Die jungen Neuhäuser zeigten sich aber gleich von Beginn an spritzig und leidenschaftlich, so dass der Gastgeber große Schwierigkeiten hatte, eine einigermaßen geordnete Spieleröffnung bis in die gefährlichen Zonen zu praktizieren.

Im Klartext: Das SG-Angriffsspiel war stark minderdurchblutet und die heimischen Fans wurden immer schmaler im Gesicht. Die größte Glocke hatte nach 15 Minuten L. Voit, welcher aber im eins gegen eins mit dem Torwart die Kugel leicht über die Latte legte. Danach ging auf beiden Seiten nicht mehr viel, man muss sogar sagen, dass die Gäste ein Ticken gefährlicher vor dem Tor waren. Aber ohne Erfolg. Der Gastgeber suchte weiter verzweifelt das Gaspedal, aber der Motor war aus. Das Spiel verflachte weiter und man hatte genügend Zeit zu schauen, wer denn der 4. Offizielle war.

Die SG musste zeitig wechseln, für den verletzten A. Voit kam St. Schmidt. Draußen wurde kurz geknobelt und der Rechenschieber ausgepackt – immer noch 0:0.

Wir machen Pause.

Großem Zuspruch erfuhr der Workshop „ Ist Ingwer gut für die Potenz?*, bei welchen sehr interessante Erfahrungen in den Raum geworfen wurden. Ingwer soll angeblich keine Wirkung zeigen, wenn man DEN täglich drei Mal in den Ingwertee hängt. Andere berichteten, dass nach drei Wochen täglicher Waschung das Fortpflanzungsorgan eine viel gesündere Farbe hat. Ein knalliges intensives Gelb, so wie die Leuchtstäbe, die bei Helene Fischer Konzerten geschwenkt werden. Gottseidank pfiff der Schiedsrichter zum nächsten Durchgang. Die 2. Halbzeit wurde präsentiert von „Hanuta – Riegel“. Bei vielen kam bei dieser Info sofort die Erkenntnis, dass Hanuta ein Akronym für „Haselnusstasche“ ist.

TOOOOOR! Da hatte man schon die Milch mit Honig aufgesetzt, sich Kuschelsocken angezogen und sich bettfertig gemacht, so ermüdend waren die ersten 45 und jetzt Tooooor!

Jetzt nach Zwei Minuten der Wiederbelebung macht Voit mit dem Kopf die Führung. Ein paar Minuten später war es dann Hopf, der auf 2:0 erhöhte. Kein sportwissenschaftlicher Psychologe konnte erklären, was plötzlich mit den Gästen los war. Ein völlig anderes Gesicht und das nicht zum Vorteil für Neuhaus aussah. Getreu dem Motto: Wir filmen heute die Schönheit Ihres Ortes, bitte bleiben Sie in Ihren Häusern.

Danach machte Voit mit einem fallenden Fallrückzieher mit dem DRITTEN alles klar, so wie eine menschgewordene Scheuermilch. Die Gastgeber marschierten jetzt durch die Gäste Defensive, wie ein warmes Messer durch die Butter. Der gute Neuhäuser Torwart verhinderte mit klasse Paraden weitere Einschläge, bis auf zwei, welche sich das SG-Sturm - und – Drang - Duo aufteilte. Ein zum Ende hin versöhnliches 5 zu 0, was aber in Fachkreisen ein wenig zu hoch eingestuft wurde und die teilweise grusligen Gedanken an die ersten 45 Minuten nicht ganz auslöschen konnte.

Mit diesem Sieg bewahrt sich die Spielgemeinschaft die Chance auf das obere Drittel, worauf der Aktienmarkt umgehend reagierte.

Am Freitag ist um 18.00 Uhr Derby in Gompertshausen und die Vorfreude ist riesengroß. Die Gastgeber wollen der Halbzeitpausen Qualität nicht nachstehen und haben ohne Mühe Philipp Lahm für einen Kurzvortrag verpflichten können. Thema: „Mir gefällt die kosmopolitische Idee einer Euroliga.“ Gesponsort wird das Flutlichtspiel vom Landratsamt „Sie rufen an, wir legen auf“ aus Hildburghausen.