Banane reinstopfen und Horse Balm auftragen

Der Bericht aus Heubisch wurde live geschrieben und lebt aber auch von Überlieferungen, Erzählungen, Wahrnehmungen und Eindrücken, welche gebündelt durch eine fasrige Glas Standleitung gespült wurden. Mit Schmerzen erinnerten sich viele Spieler an das Spiel in Heubisch aus der letzten Saison und keiner wusste, wie oder was es heute ausgeht, wird, endet. (auf Deutsch

Die Fans freuten sich auf das Heubischer Sportheim. Im speziellen auf Gambert Bräu, Fischsemmel, Zwetschenkuchen und die Stadion - Lautsprecheranlage. Leider bekamen die doch über 100 Zuschauer keine „Ansagen“, weil der Stadionsprecher Deutschkurse in der VHS zu Sonneberg gab. Inhalt: Frohe Weihnachten oder umgangssprachlich: Rohes Fest!

Beide Teams hatten eine relative kurze Ausfallliste und das Schiri – Gespann war mit dem VAR im Ohr ausgestattet.

Die Mannschaften bündelten ein Gemisch aus Kraft, Willen und Glaube und das Adrenalin spritzte. Erstmal flogen die Bälle 70 Meter hin und her und sofort wehte wirklich ein Hauch Kreisliga durchs Rund.

Die Tormaschinen der SG bliesen dann aber die Nüstern auf und marschierten wie gedopte Rennpferde in Richtung Heubischer Tor. Natürlich mit Ball, natürlich mit Abschluss, natürlich noch ohne Treffer. Die Gastgeber schmissen sich mit allem, was sie hatten, dagegen und setzten mit den schnellen Benn und Thau größere Ausrufezeichen. So geschah es, dass die Randsonneberger sich noch einige wahnsinnige Fehler der SG emotionslos anschauten, aber dann in der 23. Minute die Nase voll hatten. Ruckzuck waren sie im Strafraum und schoben gegen den machtlosen Digritz die Kugel ins „Genetz“. Die Gäste bliebe ihrer Linie treu und probierten weiter einige Varianten des Fehlpasses aus, bohrten bei Kopfballversuchen die Stollen in den Rasen oder ließen noch ein paar gute Chancen liegen.  

Einsatz und Wille stimmte bei der SG, aber die zeitweilige Überhast und das fehlende Gefühl für das „Finale“ waren dann doch Gründe für die fehlende spielerische Dominanz und die unnötige sportliche Mehrarbeit. Total wichtig dann der Ausgleich mit dem Halbzeitpfiff durch Hopf. Ein Zuckerpass vom kurz vorher eingewechselten Butzke und der Goalgetter versenkte eiskalt.

Durchatmen bei den Gästefans: Puh!  

Danach begann die Pausenbefeuchtung für Rasen und Fans und alle waren sich einig, das wird eine absolut geile zweite Halbzeit.

Im Sportheim bewies eine Info Film, dass die Digitalisierung im Raum Sonneberg den anderen Landkreisen weit voraus ist. Tablets in jeder Schule, bargeldlose Bezahlsysteme, Industrie 4.0. Sonneberg ist quasi Thüringens Silicon Valley. Die Fans am Stammtisch

waren sich nach 10 Minuten Trash Talk einig, dass die Bundeswehr mehr Frauen braucht und Gelb – Rot eigentlich eine Farbkombination innerhalb der CDU ist: nah am Kommunismus.

So, Anstoß zur zweiten Halbzeit und gleich mit einem fünffachen Heubischer Übersteiger. Toll. Bzw. ähnlich sinnvoll, wie ein Jahresabo im Fitness – Studio für ein Haustier abzuschließen. (Ausnahme: ein sportlicher Querzahnmolch)

In der Folgezeit wollten richtige glasklare Chancen auf beiden Seiten nicht das Licht der Welt erblicken, aber die Gäste kamen besser ins Spiel. Gewannen mehr Zweikämpfe und ihre Spielzüge wurden genauer und gefährlicher. Noch ne halbe Stunde zu spielen und Hopf zimmerte einen Freistoß von 23 Metern in die Maschen. Die SG führte und blieb weiter dran. Ein paar Minuten später bediente Voit seinen Sturmkollegen und es stand 1 zu 3, also 3 zu 1 fürs Unterland. Dieser Spielstand beruhigte alle Gemüter wie nach dem Genuss einer Cannabis Tüte. Aber kurze Zeit später nutzte Heubisch eine Schaltpause in der Gästeabwehr und schaffte den Anschluss. Kurz Luft anhalten, aber Butzke legte bereits Voit die Kugel auf den Fuß und dieser krachte die Murmel ins lange Eck. Ausatmen. Der Gastgeber hatte nicht mehr viel Pfeile im Köcher, so dass die SG das Match kontrollierte und setzten durch Leutheußer noch einen drauf. Der Schiri hob dann noch einmal seinen Arm und grüßte in die Menge mit vier Fingern und dann wirkte alles lässig, alles leger. Die Work – Life – Balance ist key. Sorglosigkeit trifft Zufriedenheit mit Optimismus. Alle duzen sich und tauschten Handy Nummern aus. Und dann holt man in Heubisch noch einen Dreier.

So liebe Leser draußen an den Volksempfängern, denken sie immer daran, die Augen lesen mit und so mancher Magenwind ist schon ins Leer geblasen worden.

In der Hildburghäuser  Moon – Circus – Kreisliga geht es nächsten Sonntag in Ummerstadt mit den Gästen von Sonneberg West weiter. In der Hoffnung auf kein „Bicileta de senoras con Ilanta pinchada“ , also auf ein klappriges Damenfahrrad mit nem Platten, verbleibt die Redaktion mit sommerlichen Grüßen.