Angekommen?

Bald nun ist es September und das heißt, dass vor Tagen wieder die Horden von Schulanfängern aufgebrochen waren, um ihre Einschulung zu feiern. In den Zuckertüten die heißen Träume, von einem Strand unter der brennenden Mittelmeersonne und sich mit übersüßem Fusel abzuschießen.

Das waren noch Zeiten, als das Leben noch sorglos war und von Alkohol sich zu übergeben nicht traurig sondern nur konsequent war.

Mittwochabend – dunkle Wolken – satt grüner Rasen – „Göller“ aus der Flasche – Menschenmengen als wäre Montgolfiade – und da war doch noch was.

Ach ich vergaß – Gellershausen gegen die SG aus dem Süden. Das Spiel der Superlative, ein Match der „zero points“, ein Derby der Sympathie und der Völkerverständigung – ein Zuschauererlebnis bei dem man sich auch mal unter einen Baum stellen kann, wenn es tröpfelt. Weicheier.

Dieses Spiel wurde vom KFA Syndikat auf den Mittwoch angesetzt, weil wieder mal das jährliche Zelt steht. Kirmes heißt das magische Wort, auch schon für die Schulanfänger.

Beide Teams waren trotz allem heiß und sehnten sich nach Punkte.

Die Gäste betraten ne Stunde vor dem Anpfiff den Platz, mit stolzer Körperspannung und erhobenen Haupt, um sich später in der Kabine mit selbstgebauten Peitschen aus Aspirin – Tabletten heiß zu machen.

Dann gab Schiri Rauhut das Spiel für zwei absolute Kreisoberliga Schwergewichte für den Infight frei, obwohl noch Hunderte an der Bratwurstbude standen, Urinieren oder ihren Wagen parken, oder Beides.

Fassen wir es in einfache Worte – Jeder hier im weiten Rund hat überhaupt kein Gefühl, nicht den Hauch einer Vorahnung, keinerlei Sinn für das, was da gleich passieren wird.

Das Spiel wurde präsentiert von einem bekannten Salz – und Pfefferstreuer, welcher aber nicht genannt werden will.

Die Gäste in den ersten Minuten fleißig am Sortieren, die Gastgeber suchten Rottenbachen … und fanden ihn. Innerhalb von 5 Minuten kam Selbiger zu drei guten Möglichkeiten. Einmal vorbei, einmal sauber geklärt von Taylor und einmal Superparade von Digritz. Dazu 29 Ecken in Folge für die Einheimischen, im Gäste Mob kursierte Gänsehaut.

Dann stand Hopf allein vor dem Keeper und wemmst  den Ball dahin, wo es auch in Berlin immer scheiße ist: Mitte. (somit auf den Torwart).

Freud und Leid …eine Minute später. Der junge quirlige Beck donnert den Ball mit Leidenschaft in Richtung Gellershäuser Kasten und der junge Frauenberger griff daneben. Die SG führte und gleich im Gegenzug wurde Rottenbacher wieder ein Zahn gezogen. Minuten später ein gelungener spielerischer sehr guter Angriff der SG, Fischer legt den Ball mit Schlagsahne auf den Elfer und Hopf kam von hinten schob ihn mit leichtem Schmackes über die Linie. Oha….die SG führte mit zwei Toren und das nach einer quarter of an hour.

Die Gastgeber mit wütender Enttäuschung wollte natürlich den Anschluss, die SG war schnell, aggressiv und einsatzstark. Um die Sache abzurunden machte Voit noch das dritte Tor für die Unterländer und es war ruhig geworden auf oder im oder am Pläcker. Bis zur Pause wog das sogenannte Geschehen mal nach rechts, mal nach links und fast mit dem Pausenpfiff holte Paschold vor dem Strafraum Hopf von den Füssen. Klares Ding – und da spaltete Schiri Rauhut die Nation. Er gab eine „Rote“ für Paschold wegen Notbremse. Oha. Mh. Naja.

Hier und hiermit gibt es von der Redaktion dazu kein Statement, weil eine hundertfache persönliche Wahrnehmung nicht einen Wortverband gebündelt werden kann. (dass der Freistoß nichts einbrachte, war dann nebensächlich)

Um sich nicht an den „ROT“ Diskussionen zu beteiligen, erinnerte ich mich als ich noch als D-Junior bei einem Pfingstturnier nah an der polnischen Grenze auf dribbelte. Ich hielt unsere Mannschaft unschlagbar, auf dem Weg zur Kreismeisterschaft, ich trug die Nummer 10, wartete nur auf den Anruf von Dynamo Dresden oder wenigstens Stahl Riesa. Als wir innerhalb von 25 Minuten grün und blau vom FSV Lok Dresden verprügelt wurden. Wir verloren 15:0, hatten nie den Ball und erst recht nicht eine Torchance. Als wir vom Platz schlichen, hörte ich den Dresdner Trainer zu unseren Eltern sagen: „Das hier war unsre D3. Die Zweite spielt grad in Berlin, die D1 spielt in Prag.“

Das zu dem Thema.

Im nahe gelegenen Waldgebiet fanden zweitgleich für die nicht Fußball begeisterten Büchsenträger (Jäger) die Meisterschaft der besten Hirschrufer statt. Bei günstigen Wind und der Spielball den Rangen runter konnte man ein „Röhr, röhr, rööööhr“ erlauschen.

Dann noch schlechte Nachrichten für Gellershausen: Es ging weiter.

Elf gegen Zehn – folgerichtig Großchancen im Minuten Takt für den Gast – folgerichtig aber auch leichtfertig vergeben. Es zog der sogenannte Gammel in das Spiel mit dem gleichzeitigen Wechsel der Biersorte und der Temperatur. Da war doch was…

Die Gastgeber trafen dann doch noch, als bei der SG noch ein zusätzlicher Schlafwagen auf das Gleis gestellt wurde. 1:3 und irgendwo zwischen Bayernturm und Leitenhausen „leuchtete“ ein Funken.

Doch die Unterland Feuerwehr, bekannt für olympische Normzeiten, zückte kurz den C – Schlauch und spritz, es stand 1:4. Der Schlauchwart und Hausmeister im Gerätehaus Wiener netzte aus dem Gelenk ein.

Es zog noch ein gelber Karten Nebel über den Platz, vermischt mit etlichen stimmlichen Generalproben für den alljährlichen Bauernstadel. Noch ein paar Gedächtnisbälle hin und her, kurz Nachspielzeit und dann war Sense.

Die SG war das erste Mal  in der Nachbargemeinde und gewinnt das erste Mal in Gellershausen…drei Punkte, welche gut tun, aber mehr auch nicht.

In den Stadionboxen flötete Mariah Carey ihren „All I want for Christmas is you“ und alles was wir wollen sind nächsten Freitag die nächsten drei Punkte.

Seid lieb zu einander.